A.Ga.Bi.
Associazione Italiana Amatori Gatto Sacro di Birmania
Corso Cairoli 6 - Torino 

 

Paquita.gif (11777 byte)

Home


 

 

Die Legende der Heiligen Birmakatze

In einem Tempel im weit entfernten Birma, verehrte man eine goldene Göttin mit saphirblauen Augen. Hier lebten die Mönche in Frieden und Ruhe mit ihren Hunderten weißen Katzen.

Eines Tages wurde der Tempel von Räubern überfallen, die den Großpriester töteten, während dieser, mit seinem weißen Kater an seiner Seite, meditierend vor der Statue der Göttin stand

Sobald das Tier seinen Besitzer auf dem Boden sah, stieg es auf den leblosen Körper hinauf und fixierte die Göttin mit den Augen, als ob es Rache erbitte. Dann geschah eine ungewöhnliche Verwandlung: das Fell des Katers nahm die goldene Farbe der Göttin an, die Beine, das Maul, die Ohren und der Schwanz nahmen die dunkle Farbe der Erde an, die Augen wurden zu blauen Saphiren wie die Augen der Göttin; nur die Beine, die auf der Leiche des Mönches standen, blieben, als Zeichen der Reinheit, schneeweiß. Zur gleiche Zeit wiederfuhr auch den anderen Katzen des Tempels die gleiche Verwandlung, und dies übertrug sich auf ihre Nachkommen

Die Geschichte vom Erscheinen der Heiligen Birmakatze in Europa ist nicht weniger abenteuerlich als ihre Legende: die ersten zwei Birmas kamen in Frankreich 1918 an, aber nur die Katze überlebte und brachte einen Wurf Birmas zur Welt, von dem die gesamte Rasse abstammt. Nach dem letzten Weltkrieg erlitt die Rasse einen solchen Rückgang, daß auf der ganzen Welt nur zwei Paare überlebten, und mit diesen erlangte man die offizielle Anerkennung im Jahr 1966.

Die folgende Geschichte ist dem Buch von Marcel Reney "Les amis des chats" entnommen:

Seitdem ich die schöne Fotografie von Dieu von Arakan sah, die von einem Journalisten bei einer Pariser Ausstellung gemacht wurde, blieb ich von einer Art magischem Zauber, der mich noch fesselt, gefangen. Die Heiligen Birmakatzen, mehr als die Siam und mehr als die Perser, üben einen einzigartigen Reiz aus, dem sich niemand entziehen kann. Ihre schmeichelnden und sanften Augen, die eigenartige Schönheit der Farbe ihres Fells, aber vor allem ihre gewinnende Persönlichkeit, machen diese Freunde anders als alle anderen Katzen. Fünfzehn Jahre widmete ich mich der Entdeckung und der Klärung des Geheimnisses ihrer Herkunft.. Im Jahr 1926 schrieb P. Youmand in der Zeitung "Die Katze": … ursprünglich aus dem fernen Osten, wie der Siamese, wurde der Birma in den Tempeln gezüchtet und streng bewacht und seine Ausfuhr wurde verboten. Dennoch konnte Mr. Vanderbilt vor wenigen Jahren ein Paar davon kaufen, von dem die jetzt bestehende Generation abstammt." Nach diesem Datum vervollständigten verschiedene Artikel in Zeitschriften und in Büchern jene zu kurze Mitteilung. Selbst Youmand widmete in der Ausgabe seines Buches "Die Rassekatzen" aus dem Jahr 1930 fast sechs Seiten der Heiligen Birmakatze. Dr. Ferdinand Mery veröffentlichte in "Minerva" die Legende von Sinh, dem Vorfahren der Katzen aus dem Tempel von Lao-Tsun. Vor allem M. Baudoin-Crevoisier veröffentlichte mehrere Artikel in der belgischen Katzenzeitschrift (1931), in "Gärten und Höfe" (1932), in der französischen Katzenzeitschrift (1933) und in "Jagd, Fischerei, Zucht" (1935).

Ich las alle diese Dokumentationen, ohne daß es mir gelang, mehr Licht auf die Ursprünge dieser strahlenden Rasse, die ich nach Baudoin-Crevoisier zu züchten versuchte, zu werfen. Ich kann jetzt eine Synthese von dem machen, was ich etwa an Beweisen kenne, aber ich warne meine lieben Leser, daß ihr Durst nach dem Unbekannten nur gesteigert wird.

Sicher gelang es dem amerikanischen Milliardär Vanderbilt während einer Kreuzfahrt in der Osten, ein Birmanen-Paar teuer zu kaufen, die ohne Zweifel aus dem Lao-Tsun Tempel von einem untreuen Diener gestohlen wurden. Dieses Paar hatte er einer Frau Thadde Hadisch gegeben, aber der Kater starb auf dem Schiff und die Katze, Sita, die zum Glück schwanger war, gebar im Licht von Nizza einen Wurf, in dem ein perfektes Weibchen, Poupée, war.

Youmand behauptete im Jahr 1933 in einem seiner Artikel, daß Poupée nicht von einem Katerseiner Rasse gedeckt werden könne, und wurde sie daher von einem Katzer der Rasse "Laos Luchs", der im Eigentum eines Arztes aus Nizza stand, gedeckt. Dieser Katzetyp mit tiefblauen Augen ähnelt dem Siamesen. Dieser Verbindung entsprangen Birma- und Laoten-Kreuzungen, und durch weitere Kreuzungen wurde ein perfektes Exemplar geboren: Manou de Madalpour, dessen Eigenschaften jenen seiner Mutters Poupée ähnelten. Später schrieb der nun informiertere Baudoin (1933): "... diese Katze wurde dann von einem Siam-Kater gedeckt, der aufgrund dieser Umstände laotische Katze getauft wurde."

Im Jahr 1933 schrieb ich dem berühmten Arzt aus Nizza M. Prat, um mehr Informationen über diese Geschichte zu erhalten. Er antwortete mir: "Wir hatten wirklich mehrere Siam-Katzen, zwischen dem Youyou, aber wir wissen nichts von ihren Ursprüngen und wir kennen keine Frau Hadisch aus Wien".

Ich fragte weiters einen großen Jäger, der aus dem entfernten asiatischen Osten kam und in Laos lebte, Guy Cheminaud, dessen Bücher von den Liebhabern von Geschichten über die Jagd auf wilde Tiere sehr geschätzt wurden, was er über die Laos-Luchs-Katze dachte. Die Antwort war kategorisch: "Es gibt keine laotische Katze, die nicht eine Siam-Katze ist."

Die ganze konstruierte Geschichte von Youmand und Baudoin stürzte in jenem Moment ein, als der wichtigste Zeuge, der Besitzer der mythischen laotischen Katze, nichts von der Katze von Laos oder von Frau Hadisch wußte. Es gab in dieser Geschichte eine andere Frau, Frau Leotardi, eine Abenteurerin von großem Stil, die die Birmanen nach Frau Hadisch besessen hatte. Frau Marcel Adams, die Manou de Madalpour echt liebte, sagte mir in Paris, daß Frau Leotardi, bevor sie unter mysteriösen Umständen verschwand, ihr die gleiche Geschichte von Youmand und Baudoin über die Birmanen erzählt hatte.

Im Jahr 1933 veröffentlichte ich einen Artikel über "Jagd, Fischerei und Zucht", um weitere Auskünfte zu erhalten. Baudoin nahm auf sein Buch "Ihre Hoheit, die Katze" (1935) Bezug. Er erklärte darin: "Außer den Schriften von Russel Gordon und Auguste Pavie gibt es keine Urkunde über den genauen Ursprung dieser Katzen. Nach sechs Jahren persönlicher Forschungen und zehn Jahren Zucht in Frankreich bleiben die Heiligen Birmakatzen so geheimnisvoll wie etwa ihr Ursprung. Niemand verbreitete Neuigkeiten, die ich sehen und daher lernen konnte."

Das, was diese Angelegenheit viel interessanter machte, sind die von Youmand und Baudoin erbrachten Beweise, um der Geschichte der Birmanen einen Anschein von Wahrheit zu geben, nämlich jener des Engländers Sir Russel Gordon. Youmand schreibt: "Russel Gordon, der Teil der englischen Truppen war, die mit dem Schutz der Kittah beauftragt waren, hatte im Jahr 1898 die Gelegenheit, diese Heiligen Tiere zu beobachten". Nach einem Kommentar über den unterirdischen Tempel von Lao-Tsun, der am Anfang des XVIII Jahrhunderts von Kmer-Mönchen gebaut wurde, den Kittahs, deren Religion sowohl für die Leute des Ortes als auch für die Ausländer geheim ist, zitiert Russel Gordon: "Der Tempel von Lao-Tsun ist unanfechtbar eines der einzigartigsten Wunder Indochinas, sehr wenige Sterbliche konnten ihn besichtigen. Er liegt im Osten des Sees Incao zwischen Magoung und Sembo, in einer fast wüstenähnlichen Region und wird von unüberwindbaren Mauern umgeben. Dort lebten noch im Jahr 1898 die letzten Kittah, und es wurde mir erlaubt, einige von ihnen mit ihren heiligen Tieren zu beobachten. Nach dem Aufstand und zur Zeit der englischen Besatzung von Bhamo, einer ziemlich isolierten Basis in vernünftiger Entfernung von Mandalay, mußten wir die Kittah vor der Invasion der Brahamini schützen, und wir retteten sie vor der Plünderung und vor einem sicheren Massaker. Ihr Oberhaupt, Yotag Rooh-Ougji, verlieh mir eine Medaille, die die heilige Katze zu den Füßen eines fremden Gottes, dessen Augen aus zwei verlängerten Saphiren gemacht waren, darstellte (Stück Nr. 4108 meiner Sammlung in Mildenhall) und später, als Zeichen besonderer Gunst, ließ er mich die heiligen Katzen zu Hunderten sehen und erklärte mir deren Herkunft.

Ich versuchte, eine Fotografie des erwähnten Stückes von Sir Russel Gordon zu erhalten und den genauen Hinweis jener Zeitschrift, in der dieser Text veröffentlicht wurde, jedoch vergebens. Ich versuchte auch, neue Einzelheiten über die Existenz von Frau Hadisch und Frau Leotardi zu erhalten, aber auch hier vergeblich. Somit bleibt die Herkunft der Heiligen Katze von Birma hinter einem undurchdringlichen Schleier verborgen, als ob man jene bestrafen wollte, die durch den heiligen Diebstahl den Tempel von Lao-Tsun entweihten.

Nach dem Versuch, die Birma zu züchten und der Behauptung, daß es leicht war, verzichtete Baudoin auf die Zucht im Jahr 1935, in welchem er für über 30.000 französische Franc der Zeit einen strahlenden Kater, Dieu d'Arakan der Prinzessin von Hohenloe verkaufte, der die Bewunderung des französischen Volkes und des Auslandes verdiente, mit Ausnahme von fünf oder sechs Kater und Katzen, die er noch besaß. In der Schweiz und in Belgien begannen einige Liebhaber, sich für diese Katze zu interessieren, ohne daß es ihnen gelang, die Zucht der Rasse fortsetzen. Anfang des Jahres 1940 besaßen in Frankreich noch zwei oder drei Züchter einige hybride Birmanen mit minderwertigen Pfoten (Handschuhen).

Die Katzen der Prinzessin Ratibor hatten Unglück; sie wurden dem Herzog von Aosta anvertraut, und für einige Zeit hörte man nichts mehr von ihnen. Es war ihre Cousine, die Gräfin Giriodi Panissera, die schließlich wieder in den Besitz der Katzen kam. Im Herbst des Jahres 1936 hatte ich die Ehre, Gast im Schloß von Francavilla Bisio zu sein (Piemonte, in der Nähe von Novi Ligure) und die Ergebnisse aus der Nähe zu sehen, Dank der Fähigkeit und der Geduld der netten Besitzerin. Außer Dieu d’Arakan und Reine de Rangoon gab es dort weitere 17 Katzen, und unter den 14 Jungkatzen gab es einige sehr vielversprechende.

Was geschah mit dieser schönen Zucht von Katzen, die ich als die schönsten der Welt bezeichnen würde? Seit 1940 hatte ich keine weitere Nachricht von Francavilla erhalten; es bleibt nur als einziger Trost die Erinnerung an den großen Hof des Schlosses, in dem meine lieben Katzen unter dem zufriedenen Blick der Besitzerin spielten.

Vierzig Jahre nach dieser Erzählung ging ich zum Schloß von Francavilla Bisio und ich überprüfte ob die zitierte Gräfin wirklich existierte. Eine betagte Haushälterin des Giriodi Panissera erklärte, daß sie sich genau an den Dieu d’Arakan erinnerte, den sie mir wahrheitsgetreu beschrieb, aber weder sie noch der Sohn der Gräfin Giriodi konnten mir sagen, was mit jenen Birmanen und ihrem blühenden Geschlecht passiert war.

Dr. Ermando Bruno, Gründer des F.F.I., erlaubte mit in den 70er Jahren, die Kataloge der Katzen-Ausstellungen, die nach den 40er Jahren in Italien verpflichtend waren, zu prüfen, aber in keinem Katalog gab es eingetragene Birmanen mit italienischen Besitzern.

Die Heiligen Birma Katzen erschienen wieder in Italien, und hier neuerlich in Piemont, erst im Jahr 1979, in jenem Jahr, in dem es mir gelangt, das erste Paar von französischen Züchtern zu erhalten, Porthos de Tchao Pai und Paquita. (Francamaria Gabriele)


 

Home

Corso Cairoli 6

tel. 011.6647683

WebMaster QG

Torino

fax 011.6679278