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  • Kurze Betrachtung des instinktiven Verhaltens
  • Die Aggressivität der Hauskatzen
  • Die zweiten neun Jahre

Kurze Betrachtung des instinktiven Verhaltens

Das instinktive Verhalten des Menschen wurde ausführlich geprüft, sowohl unter dem Profil der Motivation, als auch durch die Beziehung zu äußeren Sinnesreizen. Bei der Katze wurde von den Forschern gewiß mehr die Beziehung zwischen Verhalten und äußeren Faktoren erforscht.
Das konstante Zusammenleben mit verschiedenen Tieren führt zur Überlegung, daß wir für ihre Natur keine wissenschaftliche Grundlage haben und daher das Verhalten nicht im allgemeinen auf jede Katze ausdehnen können, aber sie können uns trotzdem helfen, unseren vierbeinigen Freund besser zu verstehen.
Eine gewiße Verwandtschaft zwischen dem menschlichen Verhalten und dem einer Katze (das zeigt, wie der menschliche Instinkt jenem des Tieres ähnelt) ist in einigen Fällen feststellbar, zum Beispiel in Konfliktsituationen, und es ist nicht selten zu beobachten, wie oft eine Tätigkeit auf den Zustand des Wohlbefindens zurückgeführt werden kann. Die Katzen werden sich gewissenhaft der Reinigung ihres Felles widmen, und sie werden Gleichgültigkeit gegenüber all jenen zeigen, die den Akt der Reinigung nicht vollziehen. Die Frauen werden sich die Frisur richten, selbst wenn sie schon perfekt ist, oder die Männer werden sich den Bart oder den Schnauzer pflegen.
Unter anderen Umständen werden sich offensichtliche Unterschiede ergeben, z.B. der Spürsinn, verursacht durch eine Ameise, die auf dem Fell unserer Katze klettert, wird Neugier gegenüber dem sich bewegenden Insekt hervorrufen, und einen Juckreiz auslösen: der Mensch wird versuchen, sich sofort von dem Insekt durch eine rasche Handbewegung zu befreien, was ein typisches menschliches Phänomen ausdrückt: Abscheu.
Sicherlich instinktiv ist das aggressive Verhalten, das zwischen Männchen besteht (aber manchmal auch zwischen Weibchen und, seltener, zwischen Weibchen und Männchen), was nicht nur bedeutet, einen Partner zu gewinnen, sondern vor allem das Gebiet und die Vorherrschaft zu bewahren. In Wirklichkeit ist der sogenannte Kampf viel eher ein Bluff oder eine laute Drohung als ein echter körperlicher Kampf; auch wenn es zum Kampf kommt, wird selten ein Tier schwer verletzt oder getötet. Es hat sich ein Kompromiß entwickelt, der es erlaubt, den Gegner einzuschüchtern, ohne Schaden zu verursachen. Persönlich lasse ich es nicht zu, daß meine Katzen untereinander raufen, weil Unfälle (auch unabsichtliche) nicht selten sind.

Die Aggressivität der Hauskatzen

Wenn erwachsene Katzen, die sich nicht kennen, zusammengebracht werden, betrachten sie sich lange, sie beobachten sich, sie messen die gegenseitigen Kräfte, indem sie eine Reihe von Warngeräuschen ausstoßen, das Haar aufstellen und durch eine bedrohliche Haltung zeigen, wie groß, stark und potentiell gefährlich sie sind.
Nach einem langen Ritual umfangreicher Warnungen fängt der echte Kampf an, der sich zum Glück oft als unschädlich erweist, selbst wenn er sehr grob ist. Nach einer gewißen Zeit schlägt einer der zwei Gegner zu und das Schlachtfeld ist dann mit Haarbüscheln tapeziert
Für jene, die eine Katze mit weißem Fell besitzen, es so aussehen, als ob es geschneit hätte; wenn ihr in jenem Augenblick einen der Krieger streichelt (eine Tätigkeit, von der ich Euch übrigens abraten würde), werdet Ihr bemerken, daß das Haar sehr leicht ausfällt, weil das eine Folge von Angst ist (Ihr könnt das gleiche Phänomen beobachten, wenn Ihr Eure Katze zum Tierarzt bringt).
Ein echter blutiger Kampf ist sehr selten; aber wenn die Schäden gering sind oder gar nicht bestehen, was veranlaßt dann einen der Teilnehmer, das Feld zu verlassen?

Es ist ein heikles Gleichgewichtsproblem: Aggressivität und Fluchtinstinkt sind in gleichem Maß in den Gegnern vorhanden, jedes bedrohliche Verhalten ist ein aggressives Verhalten, das von der Angst gehemmt wird. Eine Katze, die knurrt, zeigt, daß sie Angst vor ihrem Partner hat, wenn sie keine Angst hätte, würde sie unverzüglich zum Angriff übergehen! Dieser letzte Aspekt muß sorgfältig in Betracht gezogen werden, wenn Ihr einen großen und friedlichen Kater im Hause habt, dem man, angenommen, einen ebenso friedlichen Kater zum Freund machen will. Das Ergebnis könnte unglaublich unangenehm sein! Der Grund, warum einige Tiere an Rivalität leiden, liegt überwiegend in geschlechtlichen oder territorialen Ursachen. Normalerweise können zwei erwachsene Kater schwer in Frieden zusammenleben, mit oder ohne einem oder mehreren Weibchen; die Anwesenheit des potentiellen Rivalen wird bei den zwei Tieren einen großen Bedarf, das Gebiet abzugrenzen und sich zu messen, um festzustellen, wer sich paaren darf, verursachen. Nicht unbedingt der Stärkere wird der Sieger dieses Kampfes sein, wenn keiner der beiden Kater sich unterwirft und der Stärkere nicht nachgibt, um die Kräfte zu messen, werden alle Waffen, die die Natur der Katze für die Verteidigung und für die Jagd gab, benutzt werden, besonders die Krallen. Die Schnelligkeit der Angriffe und ihre Häufigkeit werden dem Gegner unabsichtliche Verletzungen, auch schwere, zufügen, sodaß es besser ist, sie sobald wie möglich zu trennen(zu unserem eigenen Schutz, mit der gebotenen Vorsicht).
Viel schwerer werden Kämpfe zwischen zwei Weibchen oder zwischen einem Kater und einer Katze sein, aber das kann auch passieren, weil es sogar zwischen Tieren das Gefühl der Abneigung gibt. Noch unwahrscheinlicher wird ein Streit zwischen einer erwachsenen Katze und einem Jungen sein, Katzenjungen genießen tatsächlich eine gewisse Straffreiheit, die trotzdem einige Schläge nicht verhindert, wenn sie zu stürmisch sind.
Die Häufigkeit, mit der Kämpfe zwischen Katzen entbrennen, ist direkt proportional zum Raum, der ihnen zur Verfügung steht. Wenn Ihr einer Gruppe von Katzen zu wenig Platz gebt, werdet Ihr gezwungen sein, einige Raufereien zu schlichten. Wenn es unter den Katzen eine furchtsame gibt, wird sich genau diese als die aggressivste zeigen und am schnellsten Schläge austeilen, und sie wird Euch nicht gehorchen, wenn ihr versucht, Euch dazwischen zu stellen

Was ist also das Geheimnis eines friedlichen Zusammenlebens zum Schutz der kleinen Kämpfer? Natürlich sollten die Katzen nicht auf zu engem Raum leben; man sollte vermeiden, zwei nicht kastrierte Kater zusammenzubringen, selbst wenn sie zusammen aufgewachsen sind, hauptsächlich aus hormonellen Gründen; auch untrennbare Brüder könnten sich in Hector und Achilles verwandeln, mit allen Problemen, die ein trojanischer Krieg zu Hause mit sich bringt.
Glaubt nicht, daß es genügen wird, die Rivalen auszuschimpfen, um sie in Lämmer zu verwandeln; wenn zwei Katzen sich nicht vertragen, kann nur eine unendliche Geduld sie veranlassen, sich zu akzeptieren, und das auch nicht immer! Denkt daran, daß alle kastrierten Katzen weniger aggressiv sind, weil einer der zwei Hauptgründe für einen Streit fehlt: der Sexualtrieb. Seid nicht der "Stein des Anstoßes", wenn Ihr Partei für Eure Katze ergreift; die weniger verhätschelte Katze wird dazu zwar nichts sagen, aber bei jeder Gelegenheit wird sie mit "Mutti’s Schatz" schimpfen, und da Katzen kaum verzeihen, könnte Euer Friede unwiederbringlich gefährdet sein.

Franca M. Gabriele 

 

Die zweiten neun Jahre

 

Der Birma mag es überhaupt nicht, daß man über sein Alter spricht; wie eine schöne Frau hat der Birma kein Alter! Wir können bestätigen, daß die heilige Katze in ihrem besten Alter zusätzliche Aufmerksamkeiten braucht, um ihre hervorragende Gesundheit bewahren zu können. Der Organismus kann weniger leistungsfähig werden, und mit den Jahren kann sich die Fähigkeit verringern, Krankheiten standzuhalten. Es ist also üblich, sich sofort an den Tierarzt zu wenden, sobald ein nicht normales Verhalten festgestellt wird.

Die Verminderung der Leistungsfähigkeit der Nierenfunktion ist eine der häufigsten Krankheiten. Die Nieren filtern die Abfallprodukte des Stoffwechsels und scheiden diese über den Urin aus. Wegen des hohen Gehaltes an Proteinen in der Diät, werden die Nieren übermäßig beansprucht und mit der Zeit können sie darunter leiden. Eine regelmäßige Blutuntersuchung kann zeigen, wie es mit der Nierenfunktion unseres Freundes aussieht.

Der Appetit, gewöhnlich spärlich bei Tiere die ein bewegungsarmes Leben führen, könnte mit den Jahren abnehmen und der Gaumen des Birmas noch anspruchsvoller werden. Bevor Sie sich auf die Suche nach einer Dose mit Papageizungengeschmack machen, können Sie kleine Tricks versuchen:
 

  • Ändern Sie den Platz der Schüssel, stellen Sie sie an einem ruhigen und sicheren Platz auf, aber niemals in der Nähe des Katzenklos.
  • Machen Sie das Futter immer frisch, in kleinen Portionen, nicht weniger als drei Mal pro Tag.
  • Geben Sie das Futter temperiert oder ein wenig gewärmt, nie kalt vom Kühlschrank.
  • Geben Sie nur Wasser oder Trockenfutter; das frische Futter, auch wenn es nicht gefressen wird, sollte nach einer halben Stunde weggenommen werden.
  • Fügen Sie dem Futter einen halben Teelöffel Pulverhefe hinzu (man findet es in den Diät-Abteilungen).



Es ist absolut notwendig, regelmäßig Zahnfleisch und Zähne der Katze zu kontrollieren und, wenn Sie ein Perfektionist sind, sich vom Tierarzt erklären zu lassen, wie man sie reinigt. Vernachlässigen Sie die Mundhöhle nicht, Zähne und entzündetes Zahnfleisch können auch ziemlich schwere Gesundheitsprobleme verursachen.


Denken Sie daran, pünktlich die jährlichen Impfungen durchzuführen.

Für den Fall, was bei dieser Rasse ziemlich unwahrscheinlich ist, daß die Heilige Katze übergewichtig ist, werdet Ihr im Verkauf leicht kalorienarme Nahrungsmittel finden, die Euch helfen werden, Eure Katze wieder in Form zu bringen, ohne sie auszuhungern. Wenn Eure Katze am Anfang ein gewißes Mißtrauen gegenüber dem neuen Nahrungsmittel zeigt, mischt es in immer kleiner werdenden Portionen unter das Futter, das sie lieber hat.

Laßt Euren Birmas spielen! Etwas körperliche Betätigung wird ihr und Euch gut tun und die Laune von beiden verbessern!

Franca M. Gabriele


 

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